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Frauen 2. Bundesliga Süd

Jena, 10. April 2010, Bericht: Larissa Bahrenburg

 

SG Jena / Erfurt : München RFC
24 : 17

 

Mit einem Gameplan im Gepäck zogen die Münchner Frauen aus gegen Norden, um am letzten Bundesliga-Spieltag dieser Saison in Jena den Gegnern Paroli zu bieten… und damit waren sie auch zumindest semi-erfolgreich.
Die erste Halbzeit war zwar durchwachsen von ein paar unnötigen Anfängerfehlern wie den berüchtigten Panikpässen und suboptimalen Tacklings in Hüftgegend, allerdings zeichnete sich auch ein Teamspiel und Ballhandling ab, das im ersten Spiel nach der Winterpause noch vermisst wurde. Die Thüringerinnen legten den ersten Versuch vor, der MRFC konterte allerdings prompt durch sauberes Passen auf Center-Neuzugang Rafica Schneider, die an der Seitenlinie entlang zum Ausgleich lief. Durch einen schönen Conversion-Kick ausgeführt von Audrey Collin lag München sogar kurzzeitig in Führung. Die Freude darüber währte allerdings nur kurz, als die Spielgemeinschaft einen unnötigen Panikpass von Fly-half Larissa Bahrenburg verwandeln konnte. Zum Glück bügelten das die Münchner Ladies wieder aus, durch eine ausnahmsweise gute Unterstützung im Ruck und schnelles Passen nach außen, wo erneut Rafica Schneider den Ball bekam und mit Support an den Fersen die Endzone erreichte. Wie als Antwort brach die gegnerische Mannschaft nach missglückten Tacklings durch die bayrische Verteidigung und holte sich erneut die Führung. Die Damen des MRFC machten jedoch munter weiter und so konnte Larissa Bahrenburg einen flachen Pass aus einer Kontaktsituation nutzen und den Ausgleichsversuch pünktlich zum Ende der ersten Halbzeit legen. Es wurde ausgewechselt und die bayrischen Frauen verstärkten ihr Support-Play, da sie sich einer gesteigerten Aggressivität und Geschwindigkeit der Thüringer Damen ausgesetzt sahen. Jedoch gelang es den Gegnerinnen durch nun taktischeres Vorgehen in Tackle-Situationen immer öfter, den Rugbees den Ball abzunehmen und so legten sie mit überlegener Ausdauer den letzten Versuch für dieses Spiel.

 

SC Berlin : München RFC
38 : 17

 

Durch die vorangegangene Teamleistung motiviert legten die Mädels des MRFC in diesem letzten Spiel mit Vollgas los. Wenige Minuten nach dem Ankick suchte sich Rafica Schneider die Lücke in der Berliner Verteidigung und fand sie auch (Conversion: Audrey Collin). Noch ehe die Gegner wussten, wie das passiert war, gelang es Larissa Bahrenburg einen durch das Team vorgelegten ‚Türöffner‘ zu nutzen und schon den zweiten Versuch zu erzielen. Den Hauptstädterinnen gelang dann ein Versuch durch ein missglücktes Tackling seitens der Bajuwaren, doch schon im nächsten Zug kreierten Selbige durch schnelles Passspiel und Loopen einen Overlap auf der linken Seite des Feldes und Wing Kristina Hennebrüder legte den dritten Versuch dieses Spiels für Weiß-Blau. Mit Kraft und Entschlossenheit gelang es den Münchnerinnen auch zwei Mal, Versuche noch in der eigenen Endzone zu verhindern. Zunehmend frustrierter wurden die Gegnerinnen zuweilen beinah handgreiflich. Zum Ende der ersten Halbzeit schaffte es Berlin, sich mit einem weiteren Versuch den Münchnerinnen auf einen Stand von 10:17 anzunähern.
In der zweiten Hälfte war bei Bayern jedoch leider die Luft raus. Die Ausdauer fehlte, es gelang kaum ein sauberes Tackling mehr, fast jede Rucksituation ging an die Damen aus Berlin und immer wieder schafften sie es, die Münchner Verteidigung zu durchbrechen. So gelang es dem gegnerischen Team, noch vier Versuche zu legen, von denen sie auch jeden erhöhen konnten.
Quintessenz: München hat hart gekämpft, nicht aufgegeben und es dem Gegner in beiden Spielen schwer gemacht. Das Teamspiel hat sich merklich verbessert und auch die Kommunikation auf dem Feld befindet sich auf einem aufsteigenden Ast. Allerdings muss für die kommende Saison dringend das Tackling und das Rucking verbessert werden, sowie die Kondition trainiert werden, damit der Support auch das tun kann, was er sollte: Sofort zur Stelle sein und vor Allem auch mit Kraft dahinter.
Comeback of the year: Kristina Hennebrüder
Player of the day: Sonia Hedge (Lock), für durchgehend konzentriertes, unterstützendes, fehlerfreies Spiel
Special Thanks: to Lofty, for his encouraging and supporting words
Weitere Anmerkungen: Die Thüringer Bratwürste und Salate waren spitze
Wundervolles Hand-off von Rafica, das wahrscheinlich der ganze Platz hören konnte; Doof für die Gegner, wir haben uns gefreut J
Fast-Prügelei zwischen Roxy und der Berliner Nummer 4