FOLLOW

2. Bundesliga Süd

Pforzheim, 02. April 2011, Bericht: Constantin Kuhl

 

TV Pforzheim : München RFC
92 : 00

Ohne von Verletzungspech geplagte Leistungsträger und stark dezimiert trat der München RFC die Reise nach Pforzheim an. Die Vorraussetzungen waren klar. München, eine Mannschaft  so gut wie ohne Ersatzbank, insgesamt nur 16 Spieler, und an Schlüsselpositionen mit unerfahrenen Talenten aus der Jugend und im Geiste junggebliebenen Veteranen besetzt, kam nicht wie so oft als Favorit ins fremde Stadion. Pforzheim eine Mannschaft mit semiprofessionellen Strukturen, auf ihrem Durchmarsch in die erste Liga, übernahm diese Rolle. Die taktische Ausrichtung Münchens war daher denkbar defensiv. Man hatte den Plan das Spiel durch strikten Ballbesitz zu kontrollieren. Kapitän Schuster forderte seine Mannschaft vor dem Spiel zu 80 Minuten simpler, schnörkelloser, harter Arbeit und zu Besonnenheit im Hinblick auf riskante, den wertvollen Ballbesitz gefährdende, Manöver oder Kicks auf. Leider ließ sich, im Verlauf des Spiels, eine eklatante Divergenz zwischen Plan und Ausführung, beobachten.
Mit ein entscheidender Faktor dafür waren die äusseren Rahmenbedingungen. Der sehr breite Platz spielte der schnellen, wendigen und ballsicheren Hintermannschaft Pforzheims, genauso wie der bemerkenswerte Sommereinschlag, mit für diese Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen, in die Hände.
München, die sich in den ersten zehn Minuten strikt an den Plan hielten und sich dabei Raumgewinn und den Respekt der Gegner erspielen konnten, wurden schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als ein Ballverlust und das schnelle Umschalten von Verteidigung zu Angriff den ersten Versuch für Pforzheim, in die Wege leitete. Von da an zeigte sich der MRFC wie erschlagen von Sonne und der schnellen dreiviertelreihe Pforzheims, die einmal in Ballbesitz, brandgefährlich war und nur wenige Chancen zum Versuche legen ausließ. Individuelle Klasse machte meistens den Unterschied aus.
Aus münchener Sicht positiv zu bemerken war der ungebrochene Willen Punkte zu erzielen und unserem Wappentier getreu löwenhaft zu verteidigen. Dies zahlte sich dann auch in guten Möglichkeiten und drei Sraftritten aus, die leider nie zu Punkten führten. Höhepunkt des münchner Angriffspiels und gleichzeitig der skandalösesteste Moment der an sich sehr fairen wie zwischenfallfreien Partie, war sicherlich der nicht gegebene Versuch von München durch zweite Reihe Stürmer Kattenbeck. Zu loben ist, im Zuge dieser Aktion, Prop Degroote, dem der Ballgewinn fünf Meter vor Pforzheims Mallinie zu verdanken war. Pforzheim antowortete unbeirrt auf ihre präzise, erfolgsorientierte Art und Weise und legte gerade in den letzten zwanzig Minuten Versuch um Versuch, nicht zuletzt wegen ihren frischen Kräften auf dem Feld. So endete das Spiel 92:0 was bei Betrachtung der bloßen Zahlen möglicherweise schockierend aber unter Miteinbezug der Umstände, kein überraschendendes oder gar peinliches Ergebnis ist.
Wichtig war, dass München sich nicht selbst aufgegeben hat und bis zum Schluss alles gegeben hat. Sinnbildlich dafür stand Center Harnischfeger, mit seiner herausragenden Leistung der beste Münchner des Spiels.

Mannschaftsaufstellung München RFC:
1 Alex Loders
2 Martin Huber     
3 Quentin Degroote
4 Owain Williams     
5 Niklas Kattenbeck
6 Constantin Kuhl
7 Jerome Prieto  
8 Guilherme Buff (ab 55.min Roger Hutchinson)
9 Robert Schuster (Capt.)    
10 Alex Charlton
11 Mazen Harb
12 Marcel Birrer
13 Fionn Harnischfeger  
14 Sebastian Rietz  
15 Luca Farina