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Herren Regionalliga Bayern

München, 05. Oktober 2013, Bericht: Constantin Kuhl

 

München RFC II : RC Regensburg 2000

11 : 35


Möchte man einen durchaus angemessenen Analogieschluss zwischen einem Rugbyspiel und einer mittelalterlichen Schlacht ziehen so kommt man an uralten Weisheiten und Platitüden vor oder nach der Schlacht nicht vorbei. So proklamierte Sun Tzu einst: "Wenn du nicht stark bist, sei klug!" Diesen unendlich oft zitierten Ratschlag hätte sich der MRFC II am Samstag bevor er den Titelfavouriten aus Regensburg empfing besser zu Herzen nehmen sollen. Die robusten Oberpfälzer bestachen durch physische Dominanz doch erst durch die tatkräftige Unterstützung der Gastgeber kam eine 35 zu 11 Heimniederlage zu Stande. Bevor der Schiedsrichter seine solide Leistung als Unparteiischer durch einen langen Pfiff im Großhaderner Dauerregen begann, war der Gastgeber durchaus optimistisch. Hatte man doch Schützenhilfe von Akteuren der ersten Mannschaft, die an diesem Tag kein Spiel hatte bekommen und war angesichts zweier Siege in Folge entschlossen den Tabellenführer einen Strich durch die Rechnung des makellosen Durchmarsches zu machen. Es begann witterungsbedingt ein hart geführter Stürmerkampf in dem der Gastgeber durch einen Strafstoß zuerst in Rückstand gerat. Das konzentrierte und disziplinierte Spiel verhinderte jedoch bis auf weiteres einen höheren Rückstand. Vielmehr machte man sich dauerhaft in der 22 der Gäste breit und drängte auf den Gegenschlag. Es mangelte lediglich an Klugheit. Überzahlsituationen wurden nicht ausgenutzt, Bälle leichtfertig verschenkt und Chancen verspielt. Ironischerweise war der auffälligste Center des sturmlastigen Spiels der Münchener Fionn Harnischfeger - auf seiten von Regensburg. Ja, das MRFC Eigengewächs lief an diesem Samstag für die Gäste auf! Über die Hintergründe lässt sich bis zum jetzigen Zeitpunkt nur mutmaßen. Manche vermuten eine einfache Verwechslung der Kabine gepaart mit geistiger Umnachtung andere glauben eher an eine sehr unwahrscheinliche Bequemlichkeit des in Regensburg studierenden Centers. Der größte Verdacht sieht jedoch vor, dass Ulli Hoeneß seine Hände im Spiel hatte. So soll er seiner Zockerleidenschaft angesichts seiner starken Beobachtung durch Presse und Staatsanwaltschaft in das noch unpopuläre Ressort Rugby verlagert haben und so dem RC Regensburg zum nötigen Kleingeld zfür die  Verpflichtung des Innendreiviertel verholfen haben. Diese Neuverpflichtung sollte sich jedoch erst in der zweiten Halbzeit in Punkten ausdrücken. Zuvor sollte zunächst der kleine Bruder des Starcenters für Aufregung sorgen. Hatten die Münchner das Spiel nach dem Wiederanpfiff noch mit einem stand von 3 zu 14 offen gehalten sollte er für den Anschluss sorgen. Nach einem ansehnlichen Vorstoß von Moughty gelangte der einzige "letzte Pass" des Spiels der Münchner in die Hände des Wingers. Geschickt vereinte er Genie und Wahnsinn in sich selbst, indem er sich weigerte mit einem Sprung in das nasse Malfeld einzutauchen und sich stattdessen entschied einen Stepptanz aufzuführen und den Ball erst im Griff von drei Verteidigern zum ersten und einzigen Versuch ablegte. Es herrschten nun knappe Verhältnisse. Der Sieg war für die Gastgeber in greifbarer Ferne. Bärenstark verteidigten er über 10 Minuten lang das eigene Malfeld gegen den starken Sturm der Oberpfälzer. Eine unkluge Aktion der Gastgeber die mit gelb bestraft wurde leutet jedoch alsdann den Untergang in der 60ten Minute ein. Unklug verschenkte der Gastgeber Punkte durch inkonsequente Verteidigung zum 35 zu 11 Endstand.  Hierbei setzte sich auch Harnischfeger gekonnt mit einem Chip über die Verteitigung in Szene der dann sein Glück erzwang in dem er sich gekonnt auf das aus der Hand des sich im Malfeld befindlichen Münchener Wingers geflutschte Ei stürzte. Nach Abpfiff war ein ernüchterndes Resumee zu ziehen: Nach 40 Min in der gegnerischen Hälfte verspielte man den Sieg durch unbeholfene Verteidugung und Inkonsequenz in der Chancenauswertung. Zum Glück gibt es da ja noch mehr Aphorismen mittelalterlicher Schlachtenwissenschaftler, so wusste schon Machiavelli dass eine Niederlage gegen den Titelfavouriten nicht schwer sondern als Neuanfang zu bewerten ist : "Wenn du stark bist, dann beginne, wo du stark bist. Wenn nicht beginne dort, wo du eine Niederlage am leichtesten verschmerzen kannst."

Mannschaftsaufstellung München RFC:
1. Guilherme Bufff
2. Alex Loders (ab 50.min Laurenz Krüger)
3. Ramon Tarrago (ab 30.min Sebastian Boche)
4. Pablo Puyalto
5. Christoph Bertinatto (Capt.)
6. Constantin Kühl
7. Jean-Philipp Techer
8. Alan Moughty
9. Francis Soualle (ab 41.min Stepehen Cheung)
10. Arnaud Van den Bossche
11. Michel Bonetti (ab 41.min Laurentius Trifas)
12. Niklas Graf (ab 55. min Karsten Konduktorow)
13. Tobias Lefherz
14. Caiel Harnischfeger (ab 65. min Roderick Riquier)
15. Julian Köhnlein (ab 65. min Jacub Burwood)

Versuch: Caiel Harnischfeger

Penalties: Alan Moughty 2x