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Frauen 2. Bundesliga Süd

Berlin, 29. August 2009

 

SC Berlin : München RFC 
40:05

 

Guten Morgen, München!München, dies ist ihr Weckruf, beim nächsten Ton ist es allerhöchste Zeit, den Hintern hochzubekommen und in die neue Saison zu starten. So ungefähr fühlte sich der erste Spieltag in unserer schönen Hauptstadt zumindest für die Mitglieder des Münchner Frauenvereins an. Nun ja, es hatte eigentlich vielversprechend angefangen, ungefähr fünf Minuten lang. München hat sich wirklich ins Zeug gelegt und starke Bemühungen gezeigt, sich nicht vor dem Kontakt gescheut und die Scrums standen. Für fünf Minuten. Als dann eine Berliner Gegnerin durch die Verteidigungslinie durchbrechen und den 1. Versuch legen konnte, flaute der Kampfgeist der bayrischen Ladies allmählich ab. Zwar haben sie den SClerinnen bis zum Ende der ersten Halbzeit die Stirn geboten, aber es belief sich auch hier eher auf Verteidigung und es gab auch keinen Vorstoß in Richtung gegnerischer Mallinie, Zwischenstand 15:0.In der zweiten Halbzeit wurde der MRFC dann einfach überrannt. Münchens Spiel war geprägt von vielen, auch schönen, Einzelaktionen, die allerdings an der Berliner Teamleistung abgeprallt sind. Die Verteidigung ließ zu wünschen übrig und bescherte den Damen einen gegnerischen Versuch nach dem anderen. Zum Ende der zweiten Halbzeit kehrte dann doch der Kampfgeist in die Münchnerinnen zurück. Mit einer wirklich guten Zusammenarbeit des Sturms konnte sich die bayrische Fraktion bis kurz vor die gegnerische Mallinie vorarbeiten, wo sich Heidy Pedraza dann mit dem Ball bis in die Endzone vorwurschtelte. Dabei blieb es. Abpfiff.

 

RK Berlin 03 : München RFC

49:07

 

Das zweite Spiel. München hatte sich von der vorhergehenden Klatsche durch den SC nicht erholen können und zeigte sich von Anfang an demotiviert. Die Überlegenheit, die die Münchner Mädels immer wieder in den Scrums zeigten, konnte nicht genutzt werden, die Verteidigung stand oft nicht und auch hier wurde die Tendenz zum Einzel- anstatt zum Teamspiel deutlich. Der RK nutzte das für sich und führte München zumindest in der ersten Halbzeit ziemlich vor, die dann 27:0 für die Hauptstädterinnen ausging. Im Laufe der zweiten Halbzeit sorgte vielleicht der Trotz dafür, dass sich der MRFC den Dreck von den Klamotten klopfte, aufstand und den Berlinerinnen Kontra gab. Es wurde sich durchgebissen, besser und harmonischer verteidigt und München hat angefangen, die gesamte Breite des Feldes zu nutzen. Durch ein schnelles Passspiel auf den Wing und ein paar Loops war es wieder Heidy Pedraza, die in die gegnerische Endzone vordrang und die Ehre der Münchnerinnen rettete. Durch einen sauber ausgeführten Drop Kick von Audrey Collin wurde dieser Versuch noch erhöht. Leider ließ sich diese Teamleistung nicht mehr weiter ausbauen.
Quintessenz dieses ersten Spieltages: Aus den Münchner Miezekatzen müssen Raubtiere werden, und zwar schnell. Die Aggression hat gefehlt, das Spiel war unkoordiniert, nicht teamorientiert und die psychische wie physische Präsenz ließ sehr zu wünschen übrig, wie schon so oft nach der Saisonpause.

Spielerinnen des Tages: Céline Calvo, Steffi Müssig, für ihren beachtenswerten, unermüdlichen Einsatz

Rookie des Tages: Michaela Sauer, für ihr großes Engagement in ihrem ersten Bundesligaspiel