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Herren Regionalliga Bayern

Bad Reichenhall, 20. Mai 2017, Bericht: Constantin Kuhl

 

RFC Bad Reichenhall : München RFC II
38 : 26

"Das Ergebnis vermag nicht das Spielgeschehen widerzuspiegeln" - mit diesem Satz muss sich die zweite mannschaft des MRFC nun schon zum dritten Mal in Folge vertrösten. Gegen den Tabellenletzten, die Raufbolde aus Bad Reichenhall mussten sich die Landeshauptstädter mit 38 zu 26 geschlagen geben.
Nachdem einem konzentrierten und fokussierten Aufwärmen starteten die Münchner zunächst druckvoll in die Partie. Nachdem der Schiedsrichter sein Versprechen jedes "gefährliche" Hightackle mit gelb zu ahnden wahr machte und bad Reichenhall schon früh mit einer gelben Karte bedachte erhöhte sich der Druck der Zweiten stetig und wurde dann jäh ausgebremst. Innerhalb von 3 Minuten bedachte der Schiedsrichter diesmal die Gäste mit zwei gelben Karten aufgrund zu hoch angesetztem Tackling. Nun waren die Raufbolde am Drücker. Diese wiederum schlugen ordentlich Kapital aus der Überzahl und legten in der Zeit in Überzahl drei Versuche.
Nachdem die Konter der Gäste wiederholt nicht konsequent zu Ende gespielt wurden oder durch unglückliche bis dämliche Ballverluste ihr Ende fanden setzte Bad Reichenhall kurz vor der pause nocheinmal nach: Der glänzend aufgelegte Verbinder setzte unerfahrenen "back 3" mit einem tiefen Kick unter Druck erkämpfte sich den ballbesitz zurück und schloss kaltschnäuzig ab.
Zum Halbzeitstand von 24 zu 0 für die Gastgeber schien das Spiel schon entschieden.
Kapitän Degroote reagierte mit einer wütenden Halbzeitansprache welche Ihre Wirkung nicht verfehlen sollte: Die zweite Hälfte war wahrlich ein Rugbykrimi! München setzte das besprochene um und spielte mit 15 Mann ein reines Sturmspiel. Allen voran Kapitän Degroote der ein ums andere Mal die "Gainline" überwand und den Gästen das Vorwärtsmomentum zusprach. Der Rest des Sturms tat sein Bestes es ihm gleichzutun: Während sich Nieland, Munoz, Hille und der eingewechselte Schiller ebenfalls als verlässliche Ballträger profilierten, erwies sich Houtslag als unerbitterlicher Verteidiger der ein ums andere Mal gefährliche Gegenangriffe der Gastgeber mit krachenden Tacklings stoppte, während sich die Flanker und Hakler Kuhl vornehmlich um die Ballsicherung im offenen Gedränge kümmerten. Die Brechstangentaktik zeigte schon 5 Minuten nach Wiederanpfiff ihre Wirkung indem die Gäste auf 7 zu 24 verkürzten. Nun zündetete der MRFC ein regelrechtes Feuerwerk ab. Ruhig und entschlossen drängten sie sich ein ums andere Mal tief in die Hälfte Bad Reichenhalls. Zwei weitere Versuche brachten den MRFC nun an den Rand des Ausgleichs. Leider stolperten die Gäste dann beim Stand von 19 zu 24 wieder über ihr eigenes Nervenkostüm. Nach einem Ballverlust 2 Meter vor der Reichenhaller Mallinie verabschiedete sich der Kampfgeist genauso wie der sicher geglaubte Versuch und die Gastgeber nutzten diesen Moment der schwäche gnadenlos durch einen erneuten Versuch aus. Doch der MRFC bäumte sich erneut auf. In altbewährter Manier erzielten sie stetig Raumgewinne bis Schiller ein Durchbruch gelang. Dieser konnte vom Reichenhaller Verteidiger jedoch nur mit einem verzweifelten Hightackle gestoppt werden. Es ist wohl seiner robusten Statur zu verdanken dass Schiller diesen hierbei nicht verlor und ihn dann sogar geistgesgegenwärtig benutzte um sich aufzurappeln und zum 26 zu 31 ins Malfeld einzutauchen. Wenig Später brach Gedrängehalb Jimmy dann erneut durch und wurde ebenfalls vom letzten Mann mit einem Dekapitationsversuch gestoppt. Warum der Schiedsrichter hier nicht auf einen Strafversuch entschied bleibt wohl ein Rätsel. Gesichert bleibt dass die Gäste angesichts dieser Enttäuschung erneut ihren Kampfgeist verloren und sich noch einen Versuch zum Endstand von 38 zu 26 einfingen. Der zweiten des MRFC bleibt lediglich ein Offensivbonuspunkt und eine Fülle an Fragen zu beantworten:
Wie kann die Zweite über 80 Minuten ihr volles Potential abrufen und wie kann man die Gehirnaussetzer abstellen?
Kann die Zweite nächstes Wochende Zuhause gegen den starken RFC Augsburg Wiedergutmachung leisten?
Und wie kann es sein, dass Kuhl wegen einer läppischen Verspätung von 10 Minuten zum DOD gewählt wird während ein namentlich hier nicht zu benennender Mitspieler einen sicheren Versuch verschenkte indem er ohne Not ins Seitenaus lief ?
Die meisten der Fragen werden wohl am kommenden Doppelheimspieltag beantwortet werden!

Mannschftsaufstellung MRFC:
1. Quentin Degroote (Capt.)
2. Constantin Kuhl
3. Jose Martin Munoz ( ab 60. min Adrian Schiller)
4. Maximilian Nieland
5. Christoph Hille
6. Tautuki Choice (ab 75.min Daniel Atlan)
7. Guiseppe Prontera (ab 65.min Mathieu Domange)
8. Wouter Holtslag
9. Jamil Habash
10. Gill Schmiz
11. Stefan Strangmüller
12. Daniel Weber
13. Glen Douglas Kension (ab 75.min Juan Antonio Fernbandez)
14. Niklas van Ingen
15. Paul Siwash

Tries: Adrian Schiller 2x, Jamil Habash, Maximilian Nieland
Conversions: Jamil Habash 2x